Architekturfolie ist dicker, hat eine fühlbare Struktur und einen Kleber, der auch an Kanten hält, und sie ist für Möbel gemacht, die jeden Tag gebraucht werden. Möbelfolie aus dem Baumarkt ist für schnelle Bastelprojekte gedacht. Beide kleben, aber damit hören die Gemeinsamkeiten ziemlich bald auf.
Was du in der Hand hältst
Leg ein Stück Baumarktfolie neben ein Muster 3M DI-NOC, und du merkst es sofort. Die eine fühlt sich an wie dickes Geschenkpapier, die andere wie eine Oberfläche. DI-NOC ist eine PVC-Folie mit 210 bis 220 µm Stärke (laut 3M, Produktdatenblatt 2020). Holzdekore haben eine geprägte Maserung, die du mit dem Finger spürst. Steindekore sind matt und leicht rau. Baumarktfolie glänzt meist flach: Das Holz sieht aus wie ein Foto von Holz.
Darum hat Folie bei vielen den Ruf, billig auszusehen. Gemeint ist fast immer die Rolle aus dem Regal.
Der Kleber entscheidet an der Kante
Auf einer flachen Tür bringt man auch mit Baumarktfolie und viel Geduld ein ordentliches Resultat hin. Schwierig wird es an Kanten, Griffmulden und Rundungen. Dort muss die Folie angewärmt, gedehnt und um die Ecke gezogen werden, ohne dass Luft darunter bleibt.
DI-NOC hat dafür einen Acrylatklebstoff mit feinen Luftkanälen (Comply), durch die eingeschlossene Luft entweicht (laut 3M). Blasen streichst du so einfach aus, statt sie aufzustechen. Baumarktfolie wirft genau an diesen Stellen gern Blasen, und am Griff löst sich die Kante irgendwann wieder.
Was eine Küchenfront aushalten muss
Eine Front wird jeden Tag angefasst, mit Fett bespritzt und geputzt. 3M hat DI-NOC unter anderem mit Milch, Kaffee, Wein, Zitrussaft, Essig und haushaltsüblichen Reinigern getestet, ohne Beanstandung. Wasser lag sieben Tage drauf, ebenfalls ohne Folgen (laut 3M). Putzen darfst du mit flüssigem Reiniger ohne Scheuerstoffe und ohne starke Lösungsmittel, viele gängige Desinfektionsreiniger gehen auch (laut 3M). Bei fachgerechter Verarbeitung nennt 3M eine Funktionsdauer innen von bis zu 12 Jahren.
Für Mietwohnungen, Treppenhäuser und Hotels zählt ausserdem der Brandschutz:
| Baumarktfolie | Architekturfolie | |
|---|---|---|
| Oberfläche | meist flach bedruckt | geprägt, fühlbare Struktur |
| Kleber | ohne Angabe zu Luftkanälen | Luftkanäle (3M DI-NOC) |
| Brandklasse | Angabe auf der Rolle prüfen | DI-NOC B-s1,d0 (3M-Leistungserklärung), Cover Styl’ je nach Linie B-s2,d0 oder C-s2,d0 (CSTB-Prüfberichte) |
| Garantie | nicht für Möbel im Dauergebrauch gedacht | Cover Styl’ 10 Jahre, DI-NOC 12 Jahre innen (laut Hersteller) |
Ganz ehrlich: Auch Architekturfolie ist kein Panzer. Für stark beanspruchte horizontale Flächen, etwa eine Arbeitsfläche, auf der geschnitten und geschoben wird, empfiehlt 3M die normale DI-NOC nicht. Dafür gibt es eine eigene AR-Version (laut 3M). Welche Folie wohin gehört, sagt dir Nic beim Termin vor Ort.
Selber kleben oder kleben lassen?
Für das Regal im Keller reicht Baumarktfolie völlig, und wir sind niemandem böse, der am Samstag selber klebt. Bei einer Küche sieht die Sache anders aus. Griffe und Beschläge kommen ab, die Flächen werden gereinigt und vorbereitet. Danach wird jede Kante umgelegt und auf der Rückseite oder Innenkante abgeschlossen, damit du keinen Stoss siehst. Das ist Handwerk, kein Bastelnachmittag.
Bei uns kostet eine kleine Küche ab CHF 999, eine mittlere ab CHF 1’499 und eine grosse ab CHF 2’499, Material und Arbeit inklusive. Abdeckung, Schränke, Türen und alles andere rechnen wir individuell. Die Offerte mit Richtpreis bekommst du, nachdem Nic deine Küche angeschaut hat, bei guten Fotos auch ohne Besuch. Was im Preis drin ist und was nicht, steht auf der Preisseite.
Welche Oberfläche darf es sein?
Cover Styl’ hat über 500 Oberflächen, 3M DI-NOC über 900 (laut Hersteller): Holz von hell bis dunkel, Marmor, Beton, Metall und Uni-Farben in matt. Die Familien, die in Küchen am häufigsten gewählt werden, findest du bei den Designs für Küche und Möbel. Anfassen kannst du sie, wenn Nic zu dir kommt. Er bringt die Muster mit, verschickt werden keine.
Und falls du in ein paar Jahren genug von Eiche hast: DI-NOC lässt sich mit Wärme vom empfohlenen Untergrund wieder entfernen (laut 3M). Darunter kommt deine alte Front zum Vorschein.
Schick uns ein paar Fotos von deiner Küche, dann sagt dir Nic, was drinliegt.